Fridtjof Strässer

Ich habe Klinische Psychologie im Bachelor studiert und mein Masterstudium begonnen, mit dem klaren Ziel, therapeutisch zu arbeiten. Während des Masters begann jedoch eine schwere, zunächst unklare Erkrankung: Entzündungen im ganzen Körper, zunehmende Schwäche und ein stetiger Verlust körperlicher Belastbarkeit. Mein Zustand verschlechterte sich über Monate hinweg so stark, dass ich das Studium abbrechen musste.

Nach etwa einem Jahr erhielt ich die Diagnose CFS / Long Covid – nicht eindeutig abgrenzbar, aber in der Konsequenz eindeutig lebensverändernd. Es folgten weitere zwei Jahre mit unterschiedlichen therapeutischen und medizinischen Behandlungen. Trotz großer Bemühungen führte dies nicht zu einer Stabilisierung, sondern zu einer weiteren Verschlechterung. Am Tiefpunkt war ich zu etwa 95 % bettlägerig, körperlich stark eingeschränkt und psychisch entsprechend belastet.

Der Wendepunkt kam nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch eine Kombination aus verschiedenen Ansätzen. Eine zentrale Rolle nahm dabei EFT ein, das sich schrittweise zu einem tragenden Bestandteil meiner Selbstregulation entwickelte. Insbesondere die Möglichkeit, mein Nervensystem aktiv und wiederholt zu beruhigen, veränderte meinen Umgang mit Belastung grundlegend.

Heute – rund drei Jahre später – bin ich körperlich wieder sehr leistungsfähig. Ich arbeite als Baumkletterer, habe ein Tiny House gebaut und die Ausbildung zum EFT-Therapeuten abgeschlossen. Die Erfahrungen aus Krankheit, Genesung und psychologischer Ausbildung haben meine Arbeit nachhaltig geprägt.

Aktuell liegt mein Fokus darauf, andere Menschen zu unterstützen – insbesondere jene, die mit chronischer Erschöpfung, Überlastung oder anhaltender Stressaktivierung leben. Das Masterstudium werde ich zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen. Im Moment steht für mich im Vordergrund, das weiterzugeben, was sich in Theorie, Praxis und eigener Erfahrung als hilfreich erwiesen hat.